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Iwanuschka heißt ein Hilfsprojekt, dasjunge Leute gegründet haben, die ihren Zivildienst/Friedensdienst oder ein soziales Jahr in einer Behinderteneinrichtung in Russland abgeleistet haben. Es geht darum, die oft sehr schlimme und menschenunwürdige Situation von Behinderten in Russland etwas zu erleichtern. Über Interesse, Mithilfe oder Spenden freut sich

www.iwanuschka.de

Dort gibt es auch Fotos und Erlebnisberichte.

Die Problematik liegt mir deshalb am Herzen, weil ich 1999 für ein paar Wochen in einer Moskauer Einrichtung für behinderte Kinder mitgeholfen habe (in dem heilpädagogischen Zentrum, mit der auch "Iwanuschka" zusammenarbeitet, und zum Teil auch mit den Kindern, die dadurch gefördert werden) und mich die Thematik beschäftigt hat. Um vielleicht etwas Interesse für das Thema und auch für die wunderbare und vielschichtige Stadt Moskau zu wecken, stelle ich meinen Erlebnisbericht auf die Seite, den ich damals geschrieben habe.



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.moskau1999



(fvl - Gießener Allgemeine Zeitung vom 15.11.1999) Der Lufthansa-Flug zum Jugendtarif verlief reibungslos, doch als ich auf Moskau-Scheremetjewo ankam, war der Koffer weg. Ich zog ihn aus einer Ecke bei "Lost and Found". Typisch für Moskau: wenig läuft in gewohnten Bahnen, aber alles klappt schon irgendwie - "net problema". An dem russischen Schild "Heilpädagogisches Zentrum" erkenne ich Katya und Alexej, die mich durch die Menschenmenge schleusen und in einen klapprigen "Wolga" verfrachten. Mein aktives Russisch reicht gerade für die Frage nach der Uhrzeit und eine Bemerkung zum Wetter. Alexej erzählt, daß er Informatik und Kybernetik studiert habe, nun arbeitet er als Mechaniker für das Heilpädagogische Zentrum. Er war schon öfter in Deutschland - wenn er für Bekannte Autos durch Polen transportiert. Vom Moskauer Verkehr wird mir fast schwindelig: Auf sechsspurigen Autobahnen wird zehnspurig gefahren, rechts überholt...

Mein Appartment ist Nummer 317 im elften Stock eines Wohnkomplexes der Uliza Udalzova, nahe der Lomonossov-Universität. Ira, die Vermieterin, erklärt mir das Öffnen der Sicherheitstüren und übt mit mir das Anzünden des Gasherdes. An einem Schalter im Supermarkt wechsle ich ein paar Dollars und kaufe Milch und Brot an kleinen Ständen am Straßenrand. Mein erstes Abendessen in Moskau ist deutsche Fertigsuppe.

Iras kleiner Sohn Leonja holt mich am nächsten Morgen ab und bringt mich mit dem Trolleybus zur "Panfjorowa". In der Zweigstelle des Heilpädagogischen Zentrums werde ich drei Tage pro Woche arbeiten: eine nichtstaatliche Schule für schwerbehinderte Kinder, die offiziell als "uneducable" eingestuft und in staatlichen Sonderschulen nicht zugelassen wurden. Das Angebot des Heilpädagogischen Zentrums ist oft der einzige Ausweg für Familien, deren Kinder sonst mangels offizieller Angebote Tag für Tag zu Hause sitzen müßten. Noch haben die Kinder Ferien, und wir renovieren: sechs Stunden lang schieben wir Möbel, streichen Fußleisten und wischen den Boden. An die Wände malen wir russische Birken. Am Abend fahre ich mit der Metro zum Roten Platz, sehe den Kreml, das Bolschoi-Theater, Frauen mit Pelzkragen vor den luxuriösen Auslagen des GUM, Männer mit Aktentasche, die aus der russischen Duma hasten. Eine merkwürdig kalte, schillernde Atmosphäre, die wenig zu tun hat mit der Herzlichkeit der Menschen, die ich in diesen Wochen kennenlernen sollte.

II.

Anja ist 18 Jahre alt und arbeitet tagsüber als Sekretärin im Heilpädagogischen Zentrum, abends studiert sie Deutsch und Literatur an der Universität. Zusammen mit ihrem Freund Tima will sie mir "die Stadt zeigen", kein leichtes Unterfangen bei einer 18-Millionen-Metropole. Aber Anja und Tima kennen fast jeden Stein in der Altstadt: Wir spazieren auf dem Twerskoj Bulwar, früher beliebte Flaniermeile der Moskauer Gesellschaft, schauen in kleine bunte Kirchen an den Straßenecken, beobachten die Dreharbeiten eines Filmteams an einer geschichtsträchtigen Stelle. Ob ihnen das Leben hier nicht manchmal zuviel werde, der Lärm und die Hektik? Nein, versichern sie, Moskau sei eine tolle Stadt, so wunderbar alt und so wunderbar lebendig. Daß auch sie als gebürtige Moskowiter sich hier noch öfter verirrten, sei normal, denn wer kennt schon ganz Moskau?

Mein erster richtiger Arbeitstag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück in der Schule. Mit Hilfe von Betreuerin Marina deckt der kleine Serjoscha den Tisch für die sieben Kinder unserer Gruppe und die Pädagogen, die Mutter hat frische Blumen in die Mitte gestellt. Wir fassen uns an den Händen und danken in einem Lied Himmel und Erde für unser Mahl, essen gretschnebaja kascha - Buchweizenbrei - und belegte Brote. Heute helfe ich Andrej beim Essen, er hat Mühe, den Brei auf den Löffel zu bekommen. Iljuscha ißt nicht gern zusammen mit den anderen Kindern, nur die Leiterin Olga Jakovlevna schafft es, ihn zu ein paar Bissen zu animieren. Niemand darf aufstehen, bevor nicht alle fertig sind, und jedes Kind muß Tasse und Teller selbst zum Spülbecken tragen: Das Beherrschen von Tischsitten ist wichtig für ein Leben in der Gesellschaft, in die die Kinder langfristig eingegliedert werden sollen. Die Kinder in der "Panfjorowa" sind zwischen acht und zwölf Jahren alt und autistisch oder geistig behindert. Im Gegensatz zur staatlichen Sicht der Dinge ist das Heilpädagogische Zentrum der Auffassung, das jedes Kind das Recht auf bestmögliche Förderung seines Potentials hat und daß auch jedes Kind lernen kann.

Die erste Schulstunde beginnt mit dem Rundgang des Äffchens, einer kleinen Handpuppe. Es ist erstaunlich, zu sehen, wie auch die sonst verschlossenen Kinder auf das Stofftier reagieren, ihm die Hand geben, es streicheln und vor Freude lachen. Vom Pult aus bewacht das Äffchen die Fortschritte der Kinder. Wir lernen die Wochentage und Jahreszeiten kennen, ordnen Farben und Formen zu. Jedoch ebenso wichtig ist für die Kinder die Fähigkeit, ruhig am Pult sitzen zu können, nicht mehr vor Glockenläuten zu erschrecken und vertraut zu werden mit Regeln in der Schule.

Ganz unterschiedliche Kinder mit verschiedenen Fähigkeiten und Bedürfnissen kommen in der Schule zusammen. Iljuscha ist ein sehr kommunikatives Kind - wer immer den Raum betritt, wird begrüßt: "Sdrawstwuj Katja, sdrawstwuj Friederike", kräht er vergnügt. Er hat Schwierigkeiten mit der Koordination von Armen und Beinen, aber zu seinem Repertoire gehört ein deutsches Kinderlied - "Auf der Mauer, auf der Lauer", akzentfrei vorgetragen. Serjoscha ist autistisch, fühlt sich am wohlsten, wenn er in einer stillen Ecke in einem Buch blättern kann. Seine zweites Hobby ist das Klettern: lachend schlingt er seine Arme um meinen Hals und läßt sich von Schränken, Regalen und Klavieren pflücken. Die muntere Kristina, die unter schwerer Epilepsie leidet, liebt Musik, möchte alles sehen und anfassen. Nur wenn sie ein paar Takte hört, hält sie inne, klatscht in die Hände, und wir tanzen. Denís hat in den Sommerferien eine Delfintherapie gemacht. Wir sehen Fotos von ihm, strahlend und braungebrannt am Meer, wie jedes andere ganz normale Kind.

Mittlerweile finde ich den Eingang zu meiner Wohnung ohne Probleme. Ich weiß jetzt, dass Bustickets in der Metro günstiger sind als beim Busfahrer, und wo man warme Piroschkí und Eier nicht nur im Zehnerpack kaufen kann. Eine verärgerte Nachbarin klingelt bei mir: ich schlösse die vorletzte Sicherheitstür nicht richtig ab. Sie erklärt mir das ganze System noch einmal; zum Abschied wird mir Ljudmila Blumen von ihrer Datscha schenken. Von Bombenanschlägen auf Moskauer Wohnblocks erfahre ich erst ein paar Tage später, beim Telefonat mit meiner Familie.

III.

Die Deutsche Botschaft liegt abseits jeder Metrostation und ist aus unerklärlichen Gründen um die Jugoslawische Botschaft herum gebaut (Jemand erzählt mir, dass während Krisenzeiten die Deutschen angewiesen wurden, nur den äußeren Teil der Botschaft zu benutzen.) Dort gibt es alles vom deutschen Restaurant bis zum Tennisplatz, vom Postfach bis zum Zeitschriftenkiosk mit "Bravo" und "Bunte". Hier kommt man mit den deutschen Diplomaten und Geschäftsleuten in Berührung, die temporär in Moskau stationiert sind. Verblüffend ist, wie wenig Moskau in dieser Gemeinschaft spürbar wird, die sich sonntags nach dem deutschen Gottesdienst zum Kaffeetrinken zusammensetzt. Die meisten leben im Wohnviertel hinter der Botschaft, in einer pseudodeutschen Idylle, die mit der deutschen oder russischen Realität herzlich wenig zu tun hat. Eine Frau, die seit zwei Jahren hier lebt, erzählt, daß sie nur in Begleitung ihrer kleinen Tochter in die Stadt fährt - denn selbst könne sie keine Metrokarte am Schalter kaufen. Sabine, Praktikantin an der Deutschen Schule, versucht, mit den Kindern "Heimat" zu definieren - eine schwierige Frage, deren Antwort in den wenigsten Fällen "Moskau" lautet.

Der kleine Kirill braucht viel Zuwendung. Er lebt allein mit seinem Großvater und hat eine Krankheit, bei der nach und nach die verschiedenen Körperteile ihre Funktion verlieren, das Programm in der "Panfjorowa" kann er darum nur bedingt mitmachen. Jedoch nach drei, vier Wochen in der Schule mit anderen Kindern zusammen, in denen wir mit ihm spielen, ihn auf dem Schoß halten, ihm das Gefühl zu vermitteln versuchen, daß er etwas Besonderes ist, blüht Kirill merklich auf: der Junge ißt normal, lacht viel mehr, läuft sogar einmal ohne die Hilfe eines Betreuers.

Dreimal in der Woche arbeite ich in der Nähstube, wo meine Ungeschicklichkeit als nicht-handarbeitende Linkshänderin anfangs ungläubiges Erstaunen auslöst: "A doma ty nje schjosch - Nähst du denn zu Hause nicht?" Ungewöhnlich in Rußland, wo Nähen in der Schule unterrichtet wird. In der Nähstube, die für Mädchen ab 11 Jahren gedacht ist, wird Erstaunliches fertiggebracht: Komplexe Aufgaben wie das Herstellen einer Schürze, einer Puppe oder Kaffeehaube werden in so überschaubare Arbeitsschritte zerlegt, daß die Mädchen diese weitgehend selbst erledigen können und beachtliche Resultate bekommen. Hier lerne ich neben dem Umgang mit der Nähmaschine von Lena und Olja auch die neuesten Moskauer Schlager kennen. Die Ausbildung in Nähstube, Computer-Workshop, Keramik- oder Holzwerkstadt soll behinderte Kinder in die Lage versetzen, später einen Beruf zu ergreifen - Einrichtungen ähnlich Behindertenwerkstätten gibt es in Rußland nicht. Das erst seit zehn Jahren bestehende Heilpädagogische Zentrum hat noch keine Erfahrung damit, was mit den Kindern passiert, wenn sie das 15. Lebensjahr vollendet und damit das Programm des Zentrums abgeschlossen haben.

IV.

Kerstin lebt jetzt seit drei Jahren in Moskau. Sie arbeitet in der Finanzabteilung von "adidas" und gehört damit zu den vielen jungen westlichen Wirtschaftsleuten in Moskau, die wohl die Ursache dafür sind, dass hier mehr Kinofilme auf Englisch als auf Russisch gezeigt werden. Wir essen zusammen im "Starlight Diner", Kerstin zeigt mir das "amerikanische Moskau" und macht mich mit dessen Sprachrohr, der "Moscow Times", vertraut. Hauptthema dort diese Woche ist das Mammutprojekt "Tomorrowland", das erste Musical in westlichem Stil über Rußland, welches gerade in Moskau Premiere feiert. Die Geschichte um eine "stolovaja", eine russische Kantine, auf dem Alten Arbat, die sich langsam in eine Pizzeria des neuen Rußlands verwandelt, spiegelt in seinen Figuren - der ehrgeizigen Managerin, ihrem naiven amerikanischen Verehrer und dem zwielichtigen Geschäftspartner - einen Teil des Lebensgefühls im heutigen Moskau wieder. Ironisch ist nur, dass die Eintrittskarten mit Preisen von 25 bis 100 Dollar weit jenseits der Möglichkeiten des größten Teils der russischen Öffentlichkeit liegen.

Katja, Spezialistin für Hör- und Sprachbehinderungen, erzählt mir von der Situation des Zentrums. Weil es in Rußland keine heilpädagogische Ausbildung und wenig Wissen zu kompetentem Umgang mit Behinderten gibt, mußten die Mitarbeiter des Zentrums selbst Theorien aufstellen, probieren und Erfahrungen machen. Mittlerweile ist das Zentrum zu einem "Umschlagplatz" für Wissen geworden. Westliche Spezialisten, besonders aus Frankreich und Schweden, halten Seminare zu Themen wie Umgang mit Autismus oder "Kreistanzen" mit Kindern ab. Das Zentrum seinerseits bildet Spezialisten aus anderen Regionen wie Sibirien und der Ukraine aus, wo im Schneeballsystem am Heilpädagogischen Zentrum orientierte Einrichtungen gegründet werden. Und wie nötig diese in Rußland sind, wird klar, wenn man sich mit den Verhältnissen in staatlichen "Internaten" für Behinderte beschäftigt: Hier werden Kinder nicht selten einfach ans Bett gebunden, mit ausgeschlagenen Zähnen vom lieblosen Füttern, und Tote durch Erfrieren sind im Winter kein Einzelfall. Die Einrichtung des Zentrums war in jeder Beziehung revolutionär: Die Kinder kommen einmal oder mehrmals in der Woche, manche täglich zur kostenlosen Betreuung ins Zentrum. Sie bleiben aber bei ihren Familien wohnen. Auch die Eltern erhalten Hilfestellung im Umgang mit ihren Kindern, denn zum Angebot des Zentrums gehören Seminare zu Themen wie "Wie man den Tag seines Kindes zu Hause organisiert", und gemeinsame Wochenendausflüge und Sommer-Camps werden angeboten. Auch die ersten integrativen Kindergärten Russlands hat das Zentrum organisiert. Die schwierigen Zeiten, in denen der Staat versuchte, das Heilpädagogische Zentrum unter seine Kontrolle zu bringen, sind glücklicherweise vorbei. Im Moment erhält die sich ausschließlich aus Spenden finanzierende Einrichtung zwar keine nennenswerte staatliche Unterstützung, wird aber wenigstens in ihrer Arbeit nicht behindert.

Eine richtige deutsche Kirche steht wie aus heiterem Himmel mitten im Zentrum von Moskau: die Heimat der evangelischen Peter-und-Pauls-Gemeinde der Rußlanddeutschen. Die Kirchenuhr hat den Russen allerdings so gut gefallen, dass sie nun an der Lubjanka, ehemaliger Zentrale des Russischen Geheimdienstes, prangt. Der Gottesdienst ist zweisprachig, obwohl nur wenige der Rußlanddeutschen noch Deutsch sprechen. Einfach ist die Situation der Gemeinde nicht: Einerseits fließen ihr erhebliche Spenden zu, (deutsche Institutionen sehen in ihr ein verläßliches Ziel für Hilfe nach Rußland), andererseits wird sie häufig nur als "Sprungbrett nach Deutschland" benutzt, da die Zugehörigkeit zu ihr den Nachweis deutscher Volkszugehörigkeit erleichtert. Doch das Wegbrechen des traditionellen Kerns schafft Platz für ein anderes Phänomen: Die Gemeinde wird zu einem Treffpunkt für junge russische Intellektuelle, Leute mit Interesse an Diskussionen über und Hinterfragen von Glauben, was in der ganz von Zeremonien geprägten orthodoxen Kirche nicht möglich ist. Sveta studiert Mathematik, Irina ist Künstlerin. Sie und andere kommen mittwochabends zusammen und reden über philosophische Fragen oder aktuelle Themen - eine Gruppe von Leuten, die vielleicht nicht nur die Gemeinde erneuern werden.

Ich spiele zum letzten Mal mit Denís "Flugzeug". Kreischend vor Lachen läßt er sich durch die Luft wirbeln. Zuhause werde ich beladen mit Geschenken ankommen: ein Blumengemälde von den Kindern aus der "Panfjorowa", Tonfiguren aus der Keramikwerkstadt, eine gemeinsam gezogene Kerze, ein Stoffpüppchen von Lena, ein Armband von Marina... "Damit du uns nicht vergißt" schreibt Anja zu ihrem Kästchen aus Birkenholz. Als ob die Gefahr jemals bestünde!



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.ein gutes Buch über Rußland



Jewgeni Jewtuschenko: Stirb nicht vor deiner Zeit, 2. Aufl. 1999
"Am frühen Morgen des 19. August trug der Präsident von Russland Hausschuhe an den bloßen Füßen - seine Socken waren verschwunden, und zum Suchen fehlte ihm die Zeit". Hintergrund von "Stirb nicht vor Deiner Zeit" ist der Militärputsch gegen Gorbatschow in Moskau im August 1991. Jewtuschenkos Roman gilt als das literarische Denkmal der Jelzin-Ära. Skurril bis anrührend und vor allem sehr menschlich sind die Personen, deren Schicksale hier ineinanderspielen: Personen der Zeitgeschichte ebenso wie ein Panzerfahrer, ein zum Alkoholiker gewordener ehemaliger Spieler der Nationalmannschaft der UdSSR, die Leiterin der Abteilung für Schulterklappen des Militärversorgungsamts. Auch Jewtuschenko selbst, der seit dem Erscheinen seiner ersten Gedichte als "Kultautor" seine Popularität in der Sowjetunion oft für spektakuläre politische Aktionen nutzte, war während des Putsches Akteur im russischen "weißen Haus". Sensibel beschreibt der Autor anhand der politischen Ereignisse die gesellschaftliche Wirklichkeit in Russland als einem Land im Umbruch.



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2002 friederike lange